Die letzten beiden Tage haben wir in der Küstenstadt Nah Trang verbracht. Am Strand haben wir uns mit leckeren Cocktails von den Anstrengungen der letzten Reisetage erholt.

Am heutigen Abend heißt es Nachtzug nach Hoi An. Ich fahre selten Zug, geschweige denn schlafe ich in einem (außer hin und wieder in der Straßenbahn nach einer langen Partynacht). Nach Rat unsere Guides decken wir uns mit Snacks ein, da das Essen im Zug nicht genießbar wäre.
Pünktlich am Bahnsteig sind wir alle etwas aufgeregt. Der erste Eindruck ist eigentlich ganz ok. Es sind jeweils vierer Kabinen mit zwei oberen und zwei unteren Schlafplätzen und einem großen Fenster. Es sieht alles ziemlich sauber aus, “hier lässt es sich aushalten für eine Nacht” denke ich mir. Noch bevor wir uns richtig in unserer Kabine installiert haben, rollt der Zug auch schon los. Die Temperatur ist angenehm kühl, eine gute Abwechslung zur ständigen Hitze von draußen.

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Jetzt sitzen wir da zu viert in unserer Kabine und schauen der vorbeirauschenden Landschaft nach. Unzählige Pagoden zwischen Reisfeldern und Bananenplantagen rauschen vorbei. Der Sonnenuntergang ist traumhaft und lässt die ganze Szenerie in einem leichten Orange erstrahlen.

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Mit der Zeit wird uns jedoch langweilig und nach dem zehnten Kartenspiel sind wir noch immer nicht müde. Plötzlich finden wir das Werbeschild wieder, das wir vorhin vom Tisch gekickt haben: 1 Flasche Rotwein für umgerechnet 5€. Ein günstiges Schlafmittel denken wir uns und bestellen gleich beim vorbeigehenden Schaffner. Der Wein schmeckt nach nichts aber lockert die Stimmung mit der Zeit etwas auf.

Nach einer Weile beschließe ich mich schon mal bettfertig zu machen und will auf eines der beiden oberen Betten steigen. Doch sobald ich oben bin kommt mir eine eiskalte Luft entgegen. Es ist die Klimaanlage die wohl im Modus Eiszeit eingestellt ist. Ich weiß sofort: so kann und will ich nicht schlafen denn den Rest der Reise krank zu sein wäre nicht so cool. Wir fragen in den anderen Kabinen nach und es scheint überall das gleiche Problem zu geben.

Doch die Pfadfinder Jungs aus unserer Gruppe kommen uns schnell zur Hilfe. Sie haben (warum auch immer) Panzertape im Gepäck und kleben kurzerhand mit Hilfe einer Plastiktüte den Belüftungsschacht zu. Nach einer gemeinsamen zweiten Flasche Wein, die wir den Jungs schuldig waren, können wir uns nun alle entspannt auf Bett legen und uns vom Zug in den Schlaf rütteln lassen.

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