Nach einer sehr langen Busfahrt kommen wir endlich bei unserer Gastfamilie in Vietnam, bei Can To an. Sofort werden wir von den Kindern begrüßt und ins Haus begleitet, wo wir auch vom Rest der Familie herzlich begrüßt werden.

Im Vergleich zu den anderen Häuserbreakfastn, die wir unterwegs gesehen haben, scheint es dieser Familie ziemlich gut zu gehen. Statt
aus Holz ist hier alles mit Beton gebaut und es gibt sogar fließendes Wasser (auch wenn man es nicht trinken sollte), nur in den Fenstern ist kein Glas, was wegen der anhaltenden Hitze auch nicht wirklich nötig ist. Der Herr des Hauses zeigt uns stolz sein Grundstück und die umherliegenden Reisfelder, die die Familie bewirtschaftet.

Als wir zurück zum Haus kommen, kommt uns schon der Duft von frisch zubereitetem Essen entgegen. Die Großmutter ruft uns herbei und will uns erklären wie man die typisch vietnamesischen Reispfannkuchen brät, woran wir leider alle kläglich scheitern. Mit ein bisschen Hilfe kriegen wir dann doch alle etwas auf den Teller und lassen es uns gut schmecken. Neben den Pfannkuchen gibt es zunächst eine Suppe und Frühlingsrollen, dann einen Fleischeintopf, frisches Gemüse und Reis. Als Dessert gibt es frisches Obst aus der Region, Mango, Ananas und Drachenfrucht.

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Unser Schlafgemach für die Nacht sind 3 cm dicke Matratzen, die unter riesigen Moskitonetzen liege
n. Nach der langen und anstrengenden Busreise sind wir alle ziemlich müde und uns fallen trotz der harten Unterlage schnell die Augen zu. Ich schlafe immer ziemlich tief und bin nur schwer wach zu kriegen, doch plötzlich schrecke ich hoch. Als Dorfkind erkenne ich, dass es ein Hahn war, der jeden aus dem Schlaf kräht. Ich schaue auf den Wecker, es ist erst 3 Uhr in der Nacht und verfluche das Tier, das sich wohl kräftig in der Zeit geirrt haben muss. Jedoch höre ich wie plötzlich Leben ins Haus kommt. Es scheint als ginge der Tag hier früher los als wir es gewohnt sind. Uns lässt man jedoch weiter schlafen (oder wenigstens so tun als ob).

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Nach dem Frühstück werden wir abgeholt und zum Ufer des Mekong gefahren. Hier wartet ein kleines Holzboot auf uns, mit dem wir die Region des Mekong Delta entdecken werden. Entlang hunderte am und ins Wasser gebauter Häuser kommen uns immer und immer mehr kleine mit Früchten, Gemüse und anderen Verkaufsgütern beladene Boote entgegen. Als wir um eine Kurve biegen sind wir plötzlich mitten im Geschehen. Es ist ein riesiger Markt auf dem Wasser. Hunderte Boote verkaufen sich gegenseitig alles Mögliche. Reis, Obst, Nüsse, Stoff, Kaffee, alles was das Händler- (und Touristen-) Herz begehrt. Eine Frau, die den typisch vietnamesischen Kegelhut trägt, steuert ihr Boot gefährlich nah an unseres. Sie verkauft Kaffee. Dieser wird hier als Erfrischungsgetränkt auf Eis und mit dickflüssiger Kondensmilch getrunken. Auf der anderen Seite unseres Bootes legt ein Obsthändler an und verkauft uns frische Kokosnüsse uns Ananas (die beste, die ich je gegessen habe).

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Dann geht es wieder zurück, entlang der vielen kleinen Häuser und winkender Kinder, zum Bus der uns nach Ho Chi Minh City, ehemalig Saigon, fährt.